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Thaiwahn relaunched - Schwachsinn, Pseudowissenschaft, Verschwörung
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Glücklichweise ist im Internet nicht nur Schwachsinn zu finden. Daneben gibt es auch viel Spaß und Unterhaltung. Und ganz wichtig auch eine große Anzahl an Mahner und Wächter gegen den Unsinn.

 

Einer von denen ist James ("The Amazing") Randi. Randi ist ein sehr erfolgreicher Bühnenmagier (er bezeichnet sich selbst als Scharlatan).  Sein Handwerkszeug als Bühnenmagier versetzt ihn in die Lage Scharlatane und Betrüger zu entlarven. 1996 gründete er die James Randi Education Foundation. Diese Stiftung will das kritische Denken wieder verbreiten.

 

Sucht im Internet nach ihm, Carl Sagan und Richard Dawkins von dort wird es weitere lesenswerte Links geben.


Schwachsinn, Pseudowissenschaft, Verschwörung

Schwachsinn, Pseudowissenschaft und Verschwörung im Internet.

 

Das WorldWideWeb (Internet) ist ein sensationelles Medium für die Informationsbeschaffung. Man sitzt vor dem Computer und mit ein paar Suchbegriffen, in eine der Suchmaschinen eingegeben, hat man eine überwaltigende Auswahl an Informationsquellen.

Auch die zur Verfügungstellung von Information wurde durch das Internet revolutioniert. Jeder, aber auch wirklich jeder, Internetzugang vorausgesetzt, kann Informationen und Daten weltweit zur Verfügung stellen, z.B. in Foren oder einschlägigen Webseiten. Es ist auch möglich eigene Webseiten zu erstellen und dies ist zumeist auch nicht großen Kosten verbunden, vielfach sogar kostenfrei möglich.

 

Nun entsteht durch diese Art der Publikation ein Problem:

Wie zuverläßig sind die publizierten Informationen?

 

Vor dem Internet war eine Publikation schwieriger zu erreichen. Man verfaßte eine Arbeit und mußte nun jemand finden, der diese auch publiziert. In der Wissenschaft gibt es verschiedene Magazine, die wissenschaftliche Artikel veröffentlichen, jedoch eine Grundbedingung ist, daß diese zuvor durch andere Experten aus dem Fachgebiet geprüft wird. Diese Prüfung hat nichts mit Zensur zu tun, sondern ist eine Qualitätskontrolle. Denn auch in der Wissenschaft arbeiten nur Menschen und diese können sich irren oder Trugschlüßen aufsitzen.

 

Im Internet hingegen fehlt dieser Kontrollmechanismus. Dies hat zur Folge, dass eine ganze Menge seltsamer und teilweise bizarrer Ideen dort im Umlauf sind, die allerdings mit Ernsthaftigkeit und teilweise sogar Fanatismus von den jeweils Verantwortlichen verteidigt werden.

Hier ist die Verantwortung der Qualitätskontrolle nun auf den einzelnen Nutzer geschoben. Nun hat nicht jeder Leser eine wissenschaftliche Ausbildung erhalten oder ist zum kritischen Denken erzogen worden. Dennoch kann jeder der will, die Werkzeuge des kritischen Denkens anwenden und zu eigenen Schlüßen gelangen.

 

Egal welche Information man liest, als erstes sollte man sich die Frage stellen:

Wem nützt es? (Cui bono? Marcus Tullius Cicero)

Das heißt man soll sich mit der Absicht hinter der Publikation befassen. Häufig sind Webseiten, mehr oder weniger, aus rein kommerziellen Gründen erstellt worden. Gegen diese Tatsache an sich ist nichts einzuwenden. Steht jedoch der Verkauf von Produkten jeglicher Art im Vordergrund, so sollte man sich mit den Inhalten schon recht kritisch auseinander setzen, denn kein Produzent wird die Nachteile seiner Produkte hervorheben, sofern sie überhaupt erwähnt werden.

 

Die nächste Frage, die man sich stellen muß und dies folgt unmittelbar aus der vorigen:

Was will der Verfasser erreichen?

Da alle Verfasser auch nur Menschen sind, mischt sich in jede Aussage auch eine subjektive Komponente (Bias) ein. Diese kann durchaus den Wert der veröffentlichten Information in Frage stellen.

 

Diese ersten Fragen stellen aber nur den Einstieg in die kritische Hinterfragung dar. Die Fragen selbst und deren Beantwortung geben meistens noch nicht genügend Informationen zur Beurteilung her.

 

Hier greifen die von Carl Sagan aufgestellten Hilfsmittel (aus The Demon-Haunted World: Science As a Candle in the Dark, 1995) ein. Jeder, nicht nur in der Wissenschaft heimische Menschen können diese anwenden.

The Baloney Detection Kit (Schwachsinnerkennungswerkzeuge)

Das Video zeigt Michael Shermer mit seiner Version (aufbauend auf Carl Sagan) vom Werzeugkasten (in Englisch)

Werkzeuge für skeptisches, kritisches Denken. Unser Wort Skepsis stammt von dem griechischen σκέψις sképsis ab; sképsis bedeutet "Prüfung, kritische Untersuchung", was nicht unbedingt Zweifel

bedeutet. Jedoch heißt es eine Aussage nicht nur aufgrund der Aussage selbst als Tatsache anzunehmen oder abzulehnen.

 

Skeptisches Denken ist grundlegende Basis und Werkzeug ein vernünftiges Argument aufzubauen und zu verstehen. Und insbesondere um irreführende oder unaufrichtige, betrügerische Aussagen zu erkennen.

 

Dabei ist es absolut keine Frage, ob wir die Schlußfolgerungen aus einer Argumentationskette mögen, sondern, ob die Schlußfolgerungen einer Argumentationskette einer Anfangsbedingung (Prämisse) folgen und ob diese Anfangsbedingung war ist.

 

Allgemeine Hinweise

  • Fakten müßen von unabhängigen Quellen bestätigt werden. Solange eine unabhängige Bestätigung fehlt ist dieses "Faktum" mit Skepsis zu betrachten.
  • Bei Diskussionen müßen sachkundige Vertreter jedes Standpunkts zu Wort kommen.
  • Argumente von sogenannten "Autoritäten" haben geringes Gewicht, denn "Autoritäten haben sich in der Vergangenheit geirrt und werden dies auch in Zukunft tun. Oder anders ausgedrückt: In der Wissenschaft gibt es keine Autoritäten sondern nur Experten.
  • Beschäftige dich mit mehr als einer Hypothese / einem Standpunkt. Nimm nicht einfach die nächstbeste, die dir als erstes einfällt. Mehr als eine Hypothese selbst entwickeln. Wenn etwas erklärt werden muß, soll man an alle unterschiedlichen Möglichkeiten zur Erklärung denken. Dann soll man über Tests nachdenken, die systematisch jede Alternative ab adsurdum führt. Jede Hypothese, die solche Tests überlebt, hat eine viel größere Chance die richtige Antwort zu sein, als die erste hübsche Idee.
  • Man soll sich keinesfalls an eine Hypothese klammern, nur weil sie von einem selbst ist. Im Gegenteil man selbst muß nach Ablehnungsgründen suchen, tut man es nicht, werden andere es tun. Eine Hypothese ist nur eine Station auf dem Weg zur Kenntnis.
  • Quantifiziere, wo immer es möglich ist. Vage und qualitative Aussagen sind offen für viele Erklärungen.
  • Bei Argumentationsketten muß jedes Glied (und ganz besonders die Ausgangsprämisse) in der Kette einwandfrei sein und nicht nur der größere Anteil.
  • “Occam’s Skalpell” (William of Occam, mittelalterlicher Philosoph und Dogmatik-Kritiker ): Wenn mehrere Aussagen einen Sachverhalt gleich gut erklären, so ist die einfachere Aussage die wahrscheinlichere. (Das heißt je geringer die Anzahl der Annahmen ist um den Sachverhalt zu erklären).
  • Frage immer, ob die Hypothese grundsätzlich falsifizierbar ist. Mit anderen Worten: gibt es einen neutralen Test, der deine Theorie beweisen oder widerlegen kann? Kann eine Hypothese, zumindest prinzipiell, widerlegt werden? Nicht untersuchbare oder unwiderlegbare Behauptungen besitzen keinen Wert.

 

Weit verbreitete und eingesetzte Täuschungen und Irrtümer in Sachen Logik und Rhetorik:

  • Ad hominem – die Person angreifen, anstelle des Argumentes. (Sehr beliebt bei Leuten, denen die eigenen Argumente ausgehen!) Z. B.: Dr. XXX ist ein Bibelfundamentalist, daher dürfen seine Einwände nicht ernst genommen werden.

  • Argumentation von einem “Standpunkt der Autorität” aus. Beliebt in Veschwörungszirkeln ist etwa das Heranziehen von Geheimwissen oder der Hinweis auf Initiationen (“Ich wurde von Z. B. initiiert”).

  • Argumentieren mit nachteiligen Konsequenzen. (Der Versuch, auf Entscheidungsträger Druck auszuüben, indem die Konsequenzen einer ungünstigen Entscheidung in schwärzesten Farben ausgemalt werden. Klassisches Beispiel: “Ohne Atomstrom gehen die Lichter aus.”)

  • Ignoranz (Abwesenheit von Evidenz ist keine Evidenz (kein Beweis) für Abwesenheit / Nichtexistenz). (Beispiel: “Es ist bislang nicht gelungen, Telepathie im kontrollierten Experiment eindeutig nachzuweisen. Das beweist, dass es so etwas wie Telepathie nicht gibt.”)

  • Das Sich-Berufen auf “höhere Mächte”. (Beispiel: “Das hat mir „Gott“ persönlich gechannelt, darum muss es einfach wahr sein. Gott lügt nicht!” Anderes Beispiel: Christliche Fundamentalisten, die selbst den größten Blödsinn mittels passender Bibelstelle “beweisen”.)

  • Suggestivfragen (die Frage so stellen, dass die Antwort bereits in der Fragestellung vorgegeben wird). (Beispiel: “Sie, als rechtschaffender Bürger, sind doch auch dafür, dass die Staatsmacht endlich unser gutes Recht durchsetzt und mit der nötigen Härte gegen diese xxxxx vorgeht?”)

  • Selektive Wahrnehmung (nur die für den eigenen Standpunkt günstigen Fakten wahrnehmen und die anderen ignorieren). (Beispiel: Jene Geistheiler, die alle Besserungen ihren Fähigkeiten zuschreiben und alle Misserfolge auf die mangelnde Glaubensbereitschaft der Patienten schieben.)

  • Statistik mit kleinen Zahlen (Schlussfolgerungen ziehen, obwohl nur ein paar wenige Fälle vorliegen) (Beispiel: “An unserer Schule tragen dieses Jahr drei Schüler umgedrehte Kreuze als Anhänger, ein Jahr zuvor waren es zwei. Eine alarmierende Zunahme von 50 %!” „Jeder 5. Mensch auf der Erde soll ein Chinese sein, ich bin Hunderten von Menschen begegnet, aber nur einem Chinesen“)

  • Die Natur von Statistik nicht verstehen (Präsident Eisenhower war erstaunt und alarmiert, daß die Hälfte der Amerikaner unterhalb der durchschnittlichen Intelligenz angesiedelt ist)

  • Inkonsistenz (Ist in der Politik sehr beliebt. So wird bei Militärbudgets immer der schlimmste anzunehmende Fall zugrunde gelegt, bei Umweltprogrammen dagegen werden extreme Fälle als “nicht bewiesen” verworfen.

    Den Rückgang der Lebenserwartung in der Sowjetunion dem Kommunismus zuweisen, jedoch die höchste Kindersterblichkeit in den USA nicht dem Kapitalismus)

  • Non sequitur – “es folgt nicht daraus” – damit bricht die Argumentation zusammen. (Wir sind eine große Nation, weil es Gott so will)

  • Post hoc, ergo propter hoc – “A passierte zeitlich nach B, also wurde B von A verursacht”. – Verwechslung von Wirkung und Ursache. (Ich kenne eine junge Frau, die aussieht, als wäre sie 60, denn sie nimmt die Anti-Baby-Pille.”)

  • Bedeutungslose und unsinnige Fragestellungen. (Etwa: “Was passiert, wenn eine unendlich große Kraft an einem absolut unbeweglichen Objekt zieht?” Ausnahme: Absichtlich unbeantwortbare Fragestellungen als Meditationsgrundlage (“Koan”). Kommt in Diskussionen aber eher selten vor.)

  • “Excluded middle”: Nur die Extremwerte betrachten und mögliche “Mittelwerte” unterschlagen. Dadurch sieht die Gegenseite oft schlechter aus, als sie wirklich ist. (Beispiel: die Skandalisierung in der politischen Auseinandersetzung – über einen unbedachten “Ausrutscher” in einer Rede kann ein ansonsten untadeliger Politiker stürzen.)

  • Unsinnige Extrapolation. (Beispiel: “Dieser Baum wächst jedes Jahr um 1 m. In tausend Jahren ist er folglich 1000 m hoch”.)

  • Verwechslung von Korrelation und Ursache. (Etwa: “Die Geburtenrate bei uns ist seit gut 40 Jahren rückläufig. Im gleichen Zeitraum ging auch der Storchenbestand zurück. Also bringt doch der Klapperstorch die Babys!”)

  • Eine Gegenposition karikieren (oder stereotypisieren) um sie leichter angreifen zu können. (Arbeit muß sich wieder lohnen, es kann nicht angehen, daß Arbeitnehmer weniger Geld haben, als Sozialhilfeempfänger. Und damit suggerieren, daß Sozialhilfeempfänger zuviel erhalten und nicht, daß Arbeitnehmer gesetzeswidrig niedrige Löhne erhalten.)

  • Unterdrückung von Fakten, Arbeiten mit Halbwahrheiten. (Es werden viele akkurate Prophezeiungen in den Medien gebracht, aber es wird verschwiegen, daß diese Prophezeiungen erst nach dem Ereignis entstanden)

  • Beschönigende Ausdrücke (Euphemismen: Polizeiaktion für einen bewaffneten Konflikt. Talleyrand sagte, "Es ist eine wichtige Aufgabe der Politiker neue Namen für Institutionen zu finden, die unter dem alten Namen für die Öffenlichkeit anrüchig geworden sind.").

 

Auffällig ist, daß rechtsextreme und christlich-fundamentalistische Seiten genau die selben Techniken verwenden, um deren Standpunkt als alleinige Tatsache zu verkünden   (man kann noch mehr verallgemeinern: religiöse und faschistische). Weiterhin auffällig ist, daß eine Diskussion nicht stattfindet (obwohl viel geschrieben wird) und abweichende Meinung sehr heftig mit persönlichen Angriffen beantwortet werden. Es geht in vielen Bereichen nicht mehr um Erkenntnisse, sondern darum einen vorgegebenen Standpunkt zu zemetieren. Die Polarisierung wird häufig soweit getrieben, daß man dem Kritiker menschliche Eigenschaften abspricht. Diese Technik wurde sehr gern in der Propaganda der Nazis eingesetzt, konnte man doch danach einen Kritiker durch physischen Angriff eliminieren. Schließlich handelte es sich ja nicht um Menschen, sondern unwertes Leben.

 

Es ist erschreckend, in wie weit faschistisches Gedankengut und Technik in die Publikationen (auch gerade in den ausdrücklich nicht faschistischen Seiten) eingedrungen ist.

 

Grund dafür ist häufig die enttäuschte Erwartungshaltung der Menschen. Technik und Wissenschaft haben nicht die Wünsche und Träume der Menschen erfüllt (obwohl beide Disziplinen nie dazu angetreten sind dies zu tun). Wisenschaft hat bislang weder Krieg, Verbrechen, Armut und Krankheit aus der Welt schaffen können. Dies wird aber höchstwahrscheinlich auch nie geschehen können. Denn Eigeninteresse wird immer zu Mißbrauch von Erkenntnis und dem erreichten Fortschritt führen. Was aber geflissentlich übersehen wird, ist die Tatsache, daß der Lebensstandard generell gestiegen ist. Krankheiten sind behandelbar geworden, es wird mehr Nahrung denn je produziert und mehr Menschen als je zuvor haben Zugang zu Informationen.

Auf der Suche nach einem Ersatz und Sinn wenden sich die Menschen immer mehr von rationaler Erkenntnissammlung ab und sogenannten Heilsversprecher zu.

 

Nein wissenschaftliche Erkenntnis kann und will kein Allheilmittel sein.

Die über Jahrhunderte erarbeiteten Methoden jedoch sind ein einzigartiges Hilfsmittel Schwachsinn zu erkennen und sich dagegen zu wappnen. Dazu gehört aber auch die Selbstdisziplin kritisches Denken allgemein anzuwenden und nicht nur auf Standpunkte, die der eigenen Meinung widersprechen.


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